2017/01/05 - Leserbrief: Alan de Ferro

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Die Veröffentlichung von Alan de Ferros neuem Buch steht unmittelbar bevor. Von seinen Fans wird es mit Hochspannung erwartet. Aber auch die kritischen Stimmen mehren sich wieder dieser Tage. Die Werke des Bestseller-Autors spalten die Gemüter. Grund genug für eine junge Frau, uns einen Leserbrief zukommen zu lassen. Diesen möchten wir an dieser Stelle ungekürzt veröffentlichen:


Als ich vor kurzem einen Artikel las, laut dem es Forschern gelungen ist, das schwärzeste schwarz –genannt Vantablack 2.0 – zu erschaffen, war ich nicht beeindruckt. Mein Lieblingsautor taucht die Atmosphäre seiner Fantasiewelten nämlich schon lange in ein solches schwarz! Er fischt in Abgründen, die selbst für das Genre tief und schmutzig sind und zerrt an die Oberfläche, wovor die Gesellschaft die Augen verschließen möchte.

Richtig, die Rede ist von Alan de Ferro, der wegen seiner angeblich menschenverachtenden Bücher in die Kritik geraten ist. Auf diesem Wege möchte ich meine Überzeugung mitteilen, dass die Kritiker nicht ängstigt, dass er neue Bestien schafft. Sondern, dass er die Monstrosität und die finstersten Seiten der menschlichen Seele greifbar in Worte fasst. Haben wir nicht alle Berührungsängste, wenn es um unsere tiefsten Begierden geht? Begierden, denen wir mit Fassungslosigkeit gegenüber stehen, weil sie nach gängiger Moral abzulehnen sind? Alan de Ferro 'spricht' das Unaussprechbare aus. Habt ihr deshalb so viel Angst, seine Bücher zu lesen, weil ihr Spuren von euch selbst entdecken könntet?

Ich gebe es zu: Es gelingt ihm, mir selbst die Motive von monströsen Gestalten begreifbar zu machen. Sie agieren, wie ich niemals agieren würde. Dennoch verstehe ich ihrer Intention. In einigen seiner Bücher ermöglicht de Ferro dem Leser den spannenden Switch in den Kopf einer Bestie. Seine große Stärke ist es, wertfrei auch mit den Charakteren umzugehen, denen jedes Verständnis für Anstand und Moral fehlt. Sein Erzählstil ist an den richtigen Stellen nüchtern und steril. Wo andere Autoren den Mörder lediglich als leblose Schablone erschaffen, über den 'das Gute' am Ende siegen darf, gibt de Ferro ihm Profil. Die Art, wie er die Charaktere zeichnet, lässt sie vor dem geistigen Auge auferstehen. Davon fühlen sich einige Leser sicher abgestoßen. Unangenehm berührt davon, was die Gedankengänge der Charaktere durchzieht, wie sie handeln und vor allem: Welche Unmoral einige von ihnen an den Tag legen.

Viele Kritiker dürfte auch schockieren, dass der Sieg des Guten über das Böse nicht in jedem Buch zelebriert wird. Das Bedürfnis, dass das Böse seine Strafe bekommt, ist menschlich nachvollziehbar. In Alan de Ferros Romanen aber schon deshalb oft nicht möglich, weil sich die schwarz und weiß-Schablonen nicht sauber anlegen lassen. Mörder mit nachvollziehbaren Intentionen. Ermittler mit abgründigen Begierden. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und wahnhaften Vorstellungen, die sich am Ende als vorausschauender als die 'Gesunden' herausstellen. Die klaren Abgrenzungen, nach denen viele Leser sich sehnen mögen, liefert dieser Autor eben nicht in jedem seiner Bücher.

Aus diesem Grunde habe ich beschlossen, dass ich die Kritiker auffordern möchte, ihre Haltung zu überdenken. Seid offen, werdet euch klar, worin eure Ablehnung begründet liegt. Reduziert es nicht auf die 'menschenverachtenden Inhalte' (im Übrigen ein wiedergekäutes Thema! Könnt ihr dem armen Mr. de Ferro auch mal andere Interviewfragen stellen?), sondern lest es als das, wofür es gedacht ist: Unterhaltungsliteratur mit einem Nährwert, wenn man entsprechend damit umgeht.

Ich kann nur sagen, dass ich Mr. de Ferros neuem Roman 'Salz und Knochen', der am 12.01.2017 erscheinen soll, entgegen fiebere! Die Leseprobe macht Lust auf mehr! Was es wohl mit dem geheimnisvollen 'Sumpf der verlorenen Seelen' auf sich hat, der dort Erwähnung findet?


(Eleonora C., 25, leidenschaftliche Tänzerin, ist vielseitig interessiert und Mitglied in einer der größten Alan de Ferro-Facebook Gruppen)



Der Leserbrief bezieht sich auf diesen Einwohner Austins
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