Ghule

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GHULE


1. Entstehung

2. Spezifische Merkmale

3. Verbreitung

4. Nahrungsaufnahme

5. Über Leben und Sterben

6. Alles auf einen Blick

1. Die Entstehung

Wie lange es Ghule bereits gibt, ist ungeklärt. Die meisten Vermutungen gehen darauf zurück, dass durch eine Mutation ein neuer Virus entstand, der die Verwandlung verursacht. Dieses Virus wird von geschätzten 25% aller Vampire in sich getragen, wobei die Dunkelziffer relativ hoch ist. Es wird angenommen, dass die Entstehung des ersten Ghuls auf eine Infektion durch einen Vampir zurückzuführen ist.
Bisher ist das Vorhandensein dieser Virustypen und die Existenz von Ghulen und anderer Wesensarten der strengsten Geheimhaltung unterlegen und nur Wenige wissen davon.

2. Spezifische Merkmale

Ghule haben aufgrund der körperlichen Veränderungen nach der Verwandlung eine deutlich höhere Muskelkraft als andere Wesen. Sie sind jedoch nicht dazu in der Lage, mehr als das drei- bis vierfache ihres eigenen Körpergewichtes zu stemmen. Auch ihre Ausdauer ist erhöht. Ihre Geschwindigkeit und Reflexe sind im Gegensatz dazu herab gesetzt. Dadurch können sie zwar nicht mehr ganz so schnell auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren, haben dafür allerdings eine extrem ruhige Hand und große Standfestigkeit. Ghule sind aufgrund dessen häufig auch ausgezeichnete Schützen oder Fotografen.

Ghule verfügen weiterhin über Stoffwechsel und Kreislauf, allerdings sind sämtliche Stoffwechseltätigkeiten deutlich langsamer als bei Menschen. Zudem liegt ihre Herzfrequenz meist bei um die 30 Schlägen pro Minute, ihre Körpertemperatur bei etwa 32-33°C. Ghule können weiterhin sexuell aktiv sein, sind aber durch den Virus steril.

Zum Fressen der Leichen können sie ihren Kiefer zu einem raubtierähnlichen Gebiss verändern. Ein ausgesprochen schmerzhaftes Unterfangen, das allerdings notwendig ist, da sie ansonsten Knochen oder Sehnen nicht beißen könnten.
Davon abgesehen sind Ghule jedoch unempfindlicher gegenüber Schmerzen. Knochenbrüche oder Wunden werden dadurch leicht übersehen. Solange diese jedoch nicht lebensbedrohlich sind, heilen diese zwar langsamer, aber in der Regel komplikationsfrei ab.

Das Gefühlsleben, die Intelligenz und der Charakter bleiben von dem Virus unbeeinflusst. Theoretisch sind Ghule nach der Verwandlung in der Lage, ihrem Alltag wieder nachzugehen.

3. Verbreitung

Vampire tragen den Ghul-Virus, auch G-Virus oder GV genannt, als inaktive Form in ihrem Organismus. Ghule sind immer Träger der aktiven und deutlich aggressiveren Form des Virus, des AG-Virus oder AGV.

Sowohl Ghule als auch Vampire können den Virus durch ihr Blut übertragen. Eine aktive Übertragung ist aber nur in Form einer Bluttransfusion oder durch das Verschlucken des Blutes möglich oder auch durch offene Wunden, in welche viel infiziertes Blut gelangt. Die Inkubationszeit des Virus variiert nach Erregeranzahl. Dementsprechend ist sie je nach Menge des zugeführten Blutes höher oder niedriger und kann von wenigen Stunden bis hin zu wenigen Tagen reichen.

Bei Infektion durch einen Vampir mit dem G-Virus kann es nach der Inkubationszeit auch nur zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber kommen, nicht immer erfolgt die Transformation. Nach durchgestandener Infektion ohne Verwandlung erfolgt häufig eine Resistenz von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren.
Bei Infektion durch Ghule mit dem AG-Virus erfolgt nach der Inkubationszeit immer ein vollständiger Ausbruch der Krankheit mit einem schweren Krankheitsverlauf von wenigen Tagen bis zu einer Woche. Am Ende der Krankheit, sofern diese überlebt wird, hat der Mensch eine Wandlung durchgemacht und ist nun ein Ghul. Bei Infektionen mit dem AG-Virus ist das Blut bereits während der Inkubationszeit ansteckend, allerdings liegt es vor der Transformation noch in der inaktiven G-Form vor.

Wird eine Schwangere mit dem Virus infiziert, erfolgt entweder während der Inkubationszeit eine Frühgeburt mit nachfolgender Infektion des Neugeborenen oder ein Abort, unabhängig davon, wie schwer der nachfolgende Krankheitsverlauf bei der Mutter ist.
Kinder vor Vollendung der Pubertät haben bei dem G-Virus häufig einen milden Verlauf mit anschließender Resistenz. Kommt die Krankheit bei ihnen zum vollen Ausbruch, ist dies immer tödlich. Eine Verwandlung, wie bei Erwachsenen, konnte bisher nicht beobachtet werden.

Krankheiten mit letalem Verlauf wie Krebserkrankungen im Endstadium, AIDS und ähnliches betreffen Ghule nicht mehr. Bei einer Krebserkrankung wird das schadhafte Gewebe durch den Umbauprozess des Körpers zerstört, schadhafte Viren und Bakterien werden durch den Krankheitsverlauf ebenfalls vernichtet.
Sofern ein todkranker Mensch die Erkrankung überlebt und eine Verwandlung stattfindet, ist er so gesehen 'geheilt'.

Bisher ist nur bekannt, dass der Virus auf Menschen, Menschen mit besonderen Fähigkeiten sowie Hexen übertragbar ist. Sämtliche Fähigkeiten gehen im Zuge der Verwandlung verloren. Ein Ghul, der zuvor Pyrokinetiker war, ist nach der Wandlung nicht mehr in der Lage, Feuer zu beherrschen, ein Telepath verliert seine telepathischen Kräfte und Hexen ihre Magie sowie ihre Fähigkeiten zur Aurenerkennung.
Infektionen von Werwölfen oder Gestaltwandlern konnten bisher nicht beobachtet werden.
Ghule sind steril, entsprechend ist Fortpflanzung mit und unter ihnen nicht möglich.

4. Nahrungsaufnahme

Nach der Wandlung ist der Ghul auf Leichenfleisch und Knochen von Menschen angewiesen, um Nährstoffe daraus zu ziehen, die er anderweitig nicht mehr aufnehmen kann. Der Verzehr von rohem Tierfleisch kann zur Überbrückung Erleichterung verschaffen, allerdings sind Ghule dennoch darauf angewiesen, wenigstens alle sechs Monate Menschenfleisch zu konsumieren. Wenn sie kein Tierfleisch verzehren, sogar alle drei Monate. Die Menge des benötigten Fleisches richtet sich nach dem Gewicht des Ghules. Schwere Ghule benötigen mehr als leichte, zierliche Ghule.

Es ist den meisten Ghulen möglich, normale Nahrung zu sich zu nehmen, diese wird jedoch größtenteils unverdaut wieder ausgeschieden und nicht selten ist der Verzehr von normalen Speisen anschließend mit Bauchkrämpfen, Magenschmerzen, Übelkeit oder sogar Erbrechen verbunden. Der Verzehr normaler Nahrung ist nicht dazu geeignet, ihren Hunger zu stillen. Ghule können noch immer Genuss an dem Geschmack ihrer ehemaligen Lieblingsspeisen empfinden, weswegen viele Ghule sie trotz unangenehmer Folgen weiter verzehren. Andere Ghule nehmen normale Nahrung aus Tarnungszwecken zu sich.

Unter den Ghulen existieren Gerüchte, dass der Verzehr bestimmter Organe unterschiedliche Wirkungen hat. Zum Beispiel, dass das Herz eines Werwolfs oder Gestaltwandlers die Fähigkeit verleihen soll, sich ebenfalls in ein Tier zu verwandeln, oder dass man die Erinnerungen einer Person sehen kann, wenn man das Gehirn einer noch warmen Leiche isst. Außerdem wird gemunkelt, dass der Verzehr des Herzens einer Jungfrau ermöglichen soll, schwanger zu werden oder das Gemächt unterschiedlichster Wesen nicht nur die Libido steigert, sondern kurzzeitig zeugungsfähig machen soll. Manchen Organen wird sogar zugetraut, sie könnten einen Ghul wieder in einen Menschen verwandeln. Gerüchte dieser Art sind vielfältig.
Allerdings sind es ausschließlich Gerüchte, der Wahrheitsgehalt konnte bisher nie bestätigt werden. Dennoch scheint es immer wieder Ghule zu geben, die es versuchen.

5. Über Leben und Sterben

Der Krankheitsverlauf, welcher letztendlich zu einer Verwandlung führen würde, ist immer schwer und schmerzhaft und wird nicht immer überlebt. Er dauert wenige Tage bis zu einer Woche.

Symptome:
Übelkeit, Erbrechen
wasserdünne, teils blutige Durchfälle
hohes Fieber bis zu 42°C
starke Gliederschmerzen (vergleichbar Heroin Entzugsschmerz)
Bewusstseinseintrübungen bis hin zu Koma
Krampfanfälle
starker Appetit auf rohes Fleisch

Wenn das Essen von Leichenfleisch zu lange hinaus gezögert wird, kann ein Ghul in eine Art 'Blutrausch' gelangen und auch lebendige Menschen anfallen. Dieser Blutrausch entsteht jedoch nicht plötzlich und kündigt sich Ghulen durch zunehmendes, nagendes bis schmerzhaftes Hungergefühl und unersättlichen Appetit auf Fleisch an. Wenn sie es selbst durch den Blutrausch nicht schaffen, ausreichend viel Leichenfleisch oder rohes (Menschen-)Fleisch zu sich zu nehmen, können sie verhungern.

Ghule haben durch den verlangsamten Stoffwechsel eine Lebenserwartung von etwa 500 Jahren, wobei der Alterungsprozess stark verlangsamt ist. Die endgültige Lebenserwartung steht auch in Abhängigkeit vom Alter des Ghuls vor der Verwandlung.
Ghule sind unempfindlich gegenüber Krankheiten, Infektionen und Tageslicht. Die Wundheilung läuft deutlich langsamer ab als bei Menschen, allerdings verbluten sie durch den geringeren Stoffwechsel auch langsamer. Sie sind unempfindlich gegenüber Schmerzen und so lange eine Wunde nicht lebensbedrohlich ist, heilen diese ab, ohne den Ghul besonders zu beeinträchtigen.
Lebensbedrohliche Verletzungen wären hierbei solche, die das Gehirn oder das Herz betreffen sowie Enthauptung oder das Zerstören des Magen-Darm-Traktes, sofern dieser nicht vor der notwendigen Aufnahme von Leichenfleisch regeneriert werden kann. Der Tod durch Verbluten ist ebenfalls möglich, jedoch sehr selten.

6. Auf einen Blick

  • entstehen durch eine Viruserkrankung
  • der Virus wird über Blut übertragen
  • Ghule sind immer Träger des AG-Virus
  • sämtliche Sonderfähigkeiten von Hexen, Telepathen und Kinetikern gehen bei der Verwandlung verloren
  • tödliche Erkrankungen wie AIDS oder Krebs verschwinden im Zuge der Verwandlung
  • Lebenserwartung von bis zu 500 Jahren
  • Herzfrequenz bei 30 Schlägen die Minute
  • Körpertemperatur von 32-33°C
  • Ghule sind unfruchtbar

Stärken
  • immun gegen Infektionen und Krankheiten
  • körperlich stärker als alle anderen Wesen (max. das 3-4fache ihres eigenen Körpergewichtes)
  • verbluten langsamer
  • unempfindlicher gegenüber Schmerzen

Schwächen
  • verringerte Reflexe und Geschwindigkeit
  • müssen alle 3-6 Monate menschliches Leichenfleisch zu sich nehmen
  • können in einen Blutrausch geraten und auch lebendige Menschen anfallen
  • langsamere Wundheilung
Antworten

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