Rosalee Amber Harrison

#1
Allgemeines
Schönen guten Tag. Die Ausweispapiere, bitte!


Name:
Rosalee Amber Harrison.
Ihr Name ist somit schlicht und einfach und eigentlich hat sich da auch keiner groß was bei gedacht. Ihre Mutter stolperte irgendwann über den Namen und sie mochte ihn. Seit dem muss sie also immer betonen, dass Rosalee mit zwei 'E' geschrieben wird und Harrison mit zwei 'R'.
Früher wurde sie immer 'Rosa' genannt, doch am meisten vermisst sie das 'Rose' von ihrem Bruder. Doch dieser ist halt ein Idiot und darum hört sie es nicht mehr. Es hatte immer so einen besonderen warmen, weichen Klang. Gott, sie hatte es geliebt, wenn er sie so gerufen hatte.

Wesens- oder Menschenart:
Rosalee ist eine Gestaltwandlerin

Alter / Geburtsdatum:
Mittlerweile ist sie wundervolle 22 Jahre alt. Geboren wurde sie am 31.01.1995

Aussehen / besondere körperliche Merkmale:
Wer sie sieht, dem sticht sie wohl mit ihrer Körperhöhe ins Auge. Sie ist stolze 1,78 Meter hoch, dazu auch noch sehr sportlich. Man sieht ihr wirklich an, dass sie viel Sport betreibt, dazu kommt, dass sie sich mit dieser akrobatischen Leichtigkeit bewegt, fast einer Tänzerin gleich, etwas, was im Endeffekt auch mit Teil ihrer Ausbildung, ihres Zirkusdaseins ist.
In ihrer Freizeit liebt sie Jeans, T-Shirt oder kuschelige Pullover, sowie Sneaker. Dann trägt sie ihre Haare zu wilden Locken, ist meist ungeschminkt. Niemand würde in ihr sofort ein Zirkusmädchen erkennen, sondern sie für eine normale junge Frau halten, in deren Augen oft der Hunger nach Leben und die stille Sehnsucht nach etwas anderem herrscht. Doch eines ist bei ihr noch auffällig und noch heute hat sie sich dem immer wieder zu stellen, dabei ist die Welt doch so fortschrittlich. Ihr Vater war farbig, ihre Mutter eine Weiße. Dazu kommt, dass sie mittlerweile beim Zirkus arbeitet und somit alles andere als... überall gut ankommt. Nicht jeder ist einverstanden mit Menschen mit ihrer Hautfarbe oder dem sogenannten 'fahrenden Volk'.
Und bei der Arbeit im Zirkus? Da trägt sie das Kostüm einer Trapezkünstlerin, denn genau das ist sie. Meist ist es ein enganliegender Body mit viel Glitzer und Pomp, der Spur mehr, die sich gehört. Ihre wilden Haare sind dann entweder geglättet oder unter einer rosafarbenen Perücke. Und ihr Gesicht wirkt dann immer ernster, das Lächeln eine Spur zu aufgesetzt, auch wenn sie eigentlich gerne tut, was sie tut. Dazu noch die typische Theaterschminke. Zu viel Bling, zu viel Glitzer, zu viel Rouge und Rot, was im Scheinwerferlicht der Manege jedoch verschwindet und verblasst.

Doch tritt sie nicht nur als Trapezkünstlerin auf und schwingt sich durch die Zeltluft. Nein. Sie ist zu dem auch noch in ihren drei Formen zu bewundern, auch wenn sie es hasst. Sie hasst es wirklich und sie tut es nicht freiwillig. Nichts davon macht sie freiwillig.
So kann man sie sehen, zusammen mit dem Clown als drolliger Koala, der meist sehr bissig ist und macht, was er will. Oder aber sie rollt sich mit den asiatischen Zirkusmitgliedern durchs Zelt in Form des Panda. Doch am meisten hasst sie es, wenn sie mit dem Zirkusdirekter zusammen in die Manege muss. Als Tiger. Dann sind kein Knurren, kein Fauchen und versuchter Angriff ein Fake. Sie hasst ihn und das, was er für sie verkörpert. Ihre Gefangenschaft hier, im Zirkus, doch dazu mehr im Lebenslauf.

Persönlichkeit
Auch, wenn man vielen Leuten den Mangel dieser unterstellt – wir alle haben eine!


Eigenschaften:
Wer an Zirkus und die Artisten dort denkt, sieht oft nur die romantische Welt, träumt sich in irgendwelche Hollywoodstreifen oder Bestsellerromane. Doch das Leben lässt einen hart werden, verhärmte Und so ist Rosalee mit ihren 22 Jahren mittlerweile eine pure Realistin geworden, die nicht mehr von Liebe, Glaube, Hoffnung träumt. Früher ging sie regelmäßig mit ihrer Familie in die Kirche, war gläubig, betete regelmäßig zum Schlafen gehen und hielt sich an jegliche Gebote.
Heute ist das vorbei. Sie hat mit Gott gebrochen, hat mit sich selbst gebrochen und allein ihre Loyalität und ihre Treue ihrer Zwillingschwester gegenüber ist der Grund, warum sie überhaupt noch weiter macht. Manchmal sieht sie in den Spiegel und fragt sich, was wohl ihr Bruder dazu sagen würde. Was er denken würde, wenn er sie so sehen würde, ob er sie wieder erkennen würde. Sie bezweifelt es. Auch wenn in ihren Augen immer noch das Feuer, der Hunger nach Leben ist, beobachtet sie die Menschen um sich herum und befindet, dass dies alles Leben ist, dass sie selbst gar nicht erst verdient hat.
Früher war sie ein fröhliches Mädchen, welches viel gelacht hatte, welches es liebte spontan zu tanzen, nur weil ihr ein Lied gefiel und es ihr egal war, dass das Lied im Supermarkt, im Auto oder sonst wo lief. Sie tanzte und meist stand ihr Bruder daneben und verdrehe deswegen genervt die Augen, auch wenn er gleichzeitig darüber lachen musste.
Sie war ein Scherzkeks, spielte gerne ihrem großen Bruder Streiche, war spontan, schwamm oft und viel im nahegelegenen See und nutzte ihre Tierformen dazu, andere aufzuheitern. Und mal ehrlich, wer konnte schn einem Koala oder einem Panda wirklich wiederstehen? Sie sind drollig! Sie werden immer drollig sein. Ihr Lachen steckte an, sie liebte spontane Kuschelattacken bei ihren Familienmitgliedern, verteilte Küsschen auf die Wange und hatte nie Probleme damit um irgendwas zu bitten oder so lange zu betteln, bis sie ihren Willen bekam und sie wusste, dass sie es erreichte. Einfach weil sie es nicht auf eine nervige, sondern auf eine liebenswerte Art tat und vor allem ihr Bruder konnte ihr selten einen Wunsch abschlagen. Er fuhr mit ihr sogar noch spät abends Eis essen, brummelnd zwar, aber er tat es. Dass er es tat, weil er sie dann für sich allein hatte? Davon ahnte Rosalee nichts. Doch mit all diesen Eigenschaften war Rosalee das komplette Gegenteil ihrer Schwester, die eher introvertiert war, die in sich gekehrt war und vor allem... die schon immer etwas Gemeines, Böses in sich hatte, was Rosalee immer wieder versuchte gut zu machen. Damals hatte sie auch noch einen gewissen Einfluss auf ihre Schwester.
Heute glaubt sie immer noch, den guten Einfluss zu haben und übersieht dabei, dass ihre Schwester mittlerweile sie beeinflusst und ihr ganzes Leben bestimmt. Sie verbringt ihr Leben mit Arbeiten, mit den Aufgaben, die sie innerhalb des Zirkus hat und dazu noch die 'Betreuung' ihrer Schwester, welche seit einem Autounfall gelähmt ist. Somit ist Rosalee ein sehr verantwortungsbewusster Mensch geworden, der nicht mehr so viel lacht, viele Späße machte. Sie ist misstrauisch geworden gegenüber Fremden und zuckt schnell zusammen, wenn jemand in ihrer Gegenwart zu laut wird, zu hektisch und deutlich damit zeigt, dass sie etwas Negatives erwartet. Über ihre Vergangenheit schweigt sie gerne, die Zeit vor dem Zirkus.

Besondere angeeignete Kenntnisse oder Fähigkeiten:
Schon als Kind hatte die junge Frau Ballettunterricht gehabt und hat damit eine sehr gute Körperbeherrschung. Generell tanzt sie sie sehr gerne, doch es gibt selten, dass sie sich dazu hinreißen lässt. Des Weiteren ist sie eine Artistin und dies besonders am Trapez. Sie hat keine Angst vor der Höhe und versteht es in hoher Luft den Salto und andere Kunststücke zu machen. Sie trainiert ihren Körper täglich, um weiterhin dehnbar und geschmeidig zu bleiben. Um den Anforderungen zu genügen.
Mittlerweile ist Rosalee eine akzeptable Köchin, hat immer einen sehr sauberen, sehr aufgeräumten Wohnwagen und näht und bestickt ihre Kostüme allein. Sie ist in den letzten fünf Jahren in dieser Hinsicht über sich hinaus gewachsen. Im Zirkus selbst ist neben ihrem Training auch morgens und abends das Füttern der Pferde mit einer ihrer Aufgaben. Jeder hat seine zusätzlichen Aufgaben, jeder hilft einander und untereinander. Sonst würde der ganze Zirkus nicht funktionieren.

Besondere angeborene Kenntnisse oder Fähigkeiten:
Wie oben schon geschrieben ist die junge Frau Gestaltswandlerin. Sie hat einen schnelleren Stoffwechsel und auch einen erhöhten Energieverbrauch. Sie kann also mehr essen als andere, was zu überraschten Blicken führt. Dazu hat sie einen sehr guten Geruchssinn und ihr Gehör ist besser als das von anderen Menschen, viel feiner und viel besser ausgeprägt.
Letztendlich beherrscht sie mittlerweile drei Formen, die sie regelmäßig einnimmt und die sie wirklich beherrscht. Zum einen den Koala, dann den Pandabären und zum Schluss den Bengaltiger. Eine Gestalt, die sie gerne in der Stadt annimmt ist die eines MaccNab, eine Hunderasse, die es nur in den USA gibt und ähnlich den Border Collie ist, oftmals damit auch verwechselt wird. In dieser Form streunt sie oft durch die Stadt, unerkannt für jeden, denn selbst im Zirkus weiß niemand, dass sie diese Form beherrscht.
Früher konnte sie einmal die Gestalt einer Ragdoll (Katze) annehmen, doch das hat sie verlernt, genauso wie die Gestalt einer Ratte.

Lebenslauf
Wir sind gründlich. Wir wollen alles wissen. Alles.


Vorgeschichte:
Als Rosalee zusammen mit ihrer Schwester Anabell auf die Welt kam, galten sie als ein kleines Wunder, denn Samuel und Loren Copeman glaubten eigentlich, dass sie keine Kinder mehr bekommen könnten. Sie hatten zwar schon einen sechsjährigen Jungen, namens Tyron, aber wie gesagt, die Ärzte sagten immer, es würden keine Kinder mehr kommen. Dass es nun gleich Zwillinge waren und dazu noch zwei Mädchen, war ein Wunder.
Die Mädchen wuchsen behütet auf, auch wenn sich schon früh herausstellte, dass es große Unterschiede zwischen ihnen gab. Vor allem im Charakter. Während Rosalee ein wahrer Sonnenschein war, immer fröhlich, immer glücklich und mit den kleinsten Dingen schon zufrieden, war Anabell eher anspruchsvoll, missgünstig und sehr eifersüchtig. Vor allem, wenn es um ihre Schwester ging. Sie duldete keine anderen Kinder in der Nähe ihrer Schwester, so eigen war sie in dieser Hinsicht und sie war neidisch darauf, dass jeder Rosalee ins Herz schloss, sie es so einfach und leicht hatte auf die Leute zuzugehen.
Ihr Leben änderte sich mit 11 Jahren, als ihre Eltern mit ihrer Schwester zum Einkaufen waren und sie selbst beim Ballettunterricht. Ihr großer Bruder holte sie ab, schweigend, mit einem merkwürdigen Zug um seine Lippen. Es war ein Gesichtsausdruck, der ihr Angst machte, die sie nicht einordnen konnte. Er brachte sie nach Hause, wo er ihr erklärte, dass ihre Eltern und Anabell einen Unfall hatten. Die Angst nahm noch stärkere Gestalt an, kroch ihr den Nacken hoch und dann musste sie hören, dass ihre Schwester im Krankenhaus lag und nie wieder gehen würde können. Doch ihre Eltern… ihre Eltern würden nie wieder zurück kehren. Dieser Gedanke schmerzte, schmerzte wirklich. Ihre Eltern waren tot.
Ein Onkel, ein Bruder der Mutter übernahm die Vormundschaft und Pflege der noch minderjährigen Kinder, doch hauptsächlich war es Tyron, der sich um die Mädchen kümmerte und für sie da war, auch wenn er selber mit der Schule zu tun hatte, ehe er im Anschluss an die High School auf das College verzichtete und zur Armee ging. Regelmäßig kam er nach Hause, besuchte seine Schwestern, die älter wurden, und bemerkte, dass sich bei ihm etwas veränderte, wann immer er Rosalee sah oder auch nur hörte. Es zog sich in ihm zusammen und hinterließ einen üblen Geschmack der Sünde und oft blieb er in der Kirche an Sonntagen länger sitzen, um mit dem Herr Gott zu hadern, weil er es nicht verstand, was in ihm vorging.
Rosalee selbst bekam davon nichts mit, auch wenn für sie die Wochenenden, die Urlaube, in denen Tyron bei ihnen waren, die schönste Zeit war, die sie glücklich machte. Nur Anabell, die sah genau, was in ihrem Bruder vorging. Sie wusste, was ihn belastete und machte ihm mehr als einmal sehr deutlich, dass er Abschaum war und die Finger von Rosalee lassen sollte. Doch nicht, weil sie es als Unrecht ansah. Nein, sie war eifersüchtig, dass auch er die andere Schwester ihr vorzog.
Rosalee und Tyron jedoch, gerieten immer öfter, wenn er zu Hause war, aneinander. Wenn sie, in seinen Augen, zu kurze Sachen anhatte, zu sehr mit anderen Jungs flirtete, zu spät von anderen Partys nach Hause kam. Tyron entwickelte immer mehr seinen Beschützerinstinkt was sie anging und auch eine gewisse Form der Eifersucht, die ihn fast in den Wahnsinn trieb, einfach, weil er seine Schwester schließlich nicht so ansehen durfte.
Vor fünf Jahren bot sich ihm die Gelegenheit in den Einsatz zu gehen und er stimmte zu, war froh, weit weg zu kommen, wirklich weit weg und Rosalee musste vom geliebten Bruder Abschied nehmen. Dass die Umarmung und der Kuss etwas länger dauerten, als es für Geschwister sein sollten? Sie war nicht ganz unschuldig daran, denn sie wollte nicht, dass er ging, wollte nicht, dass er sie und ihre Schwester verließ. Tyron verschwand und Rosalee vermisste ihn, wirklich und sehr.
Die erste Zeit bei ihrem Onkel war die Welt noch irgendwie in Ordnung, glaubte sie zumindest, doch dieser Frieden hielt gerade einmal zwei Monate an, denn dann kamen Männer und das nächste, woran sich Rosalee erinnerte war, dass schmierige Grinsen ihres Onkels und wie er ein Bündel Geld in die Hand gedrückt bekam. Dann wurde ihre Welt schwarz, sehr schwarz.
Als sie wieder aufwachte, war sie in einem Käfig, zusammen mit ihrer Schwester, welche sich in eine Ecke gekauert hatte und sie verstand die Welt nicht mehr. Sie wollte sich verwandeln, um hier raus zu kommen, doch in dem Moment, da sie es versuchte, erhielt sie einen Stromschlag, der sich gewaschen hatte und sie erschrocken auf keuchen ließ. Rosalee selbst hatte niemanden sehen können, oder wahrnehmen können und doch wurden sie bewacht, wie alle unfreiwilligen ‚Neuankömmlinge‘ überwacht und kontrolliert wurden. Oder anders. Man brachte die Neuankömmlinge unter Kontrolle und gerade der Direktor des Zirkus hatte eine bestialische Freude daran. Wenn niemand bei ihnen war, so war da eine Kamera, die sie immer im Auge und immer schwerer machte, auch nur an Flucht zu denken.
In den ersten Wochen und Monaten wurde gerade sie, die immer wieder rebellierte, die immer wieder versuchte auszubrechen, mit Stromschlägen bestraft und mit Hilfe von Gedankenkontrolle sogar ruhig gestellt. Die Enge des Käfigs machte sie verrückt. Dazu kam, dass man begann ihre Schwester gegen sie einzusetzen und so ihren Willen vielleicht nicht brach, aber bezwang.
Ihre Schwester selbst konnte sich zwar verwandeln, aber was brachte es ihr? Sie war auch dann nicht fähig die Beine zu nutzen und Rosalee wollte und konnte sie nicht allein lassen, war sie doch mittlerweile alles, was sie an Familie hatte. Alles, was ihr geblieben war. Und sie leiden zusehen, nur weil sie selbst die Freiheit für sich wollte? Konnte sie nicht. Denn der Direktor hatte sehr schnell raus, dass er Rosalee eher bestrafte, wenn er ihre Schwester bestrafte. Sobald es um Anabell ging, begann sie still zu halten, tat, was er wollte, was er verlangte, nur um Anabell sicher zu wissen.
Seit dem fristete Rosalee ihr Dasein im Zirkus ‚Magical Wonders‘ und mit der Zeit bekam sie auch Freiheiten, denn sie kam immer wieder freiwillig zurück. Was sollte sie auch anderes tun? Sie glaubte ihre Schwester Anabell in Gefahr, dass sie sterben würde, wenn sie sich wehrte. Zu deutlich waren die Drohungen, zu sehr hatte man es ihr in den Kopf gepflanzt, was passieren würde, wenn sie nicht spurte. Sicher, man hätte sie auch mittels Gedankenkontrolle zwingen können, doch der Direktor genoss es viel zu sehr, das Leiden in den Augen seiner ‚Gefangenen‘ zu sehen und zu sehen, wie die Hoffnung auf Freiheit draus immer mehr entschwand.
Manchmal glaubte Rosalee, dass Tyron kommen würde und sie dort rausholen würde. Doch wenn sie das ihrer Schwester erzählte, lachte diese sie nur aus. Tyron war fort und Anabell redete Rosalee erfolgreich ein, dass sie ihn vertrieben hatte und nur sie allein und ihre dumme Art daran schuld waren, dass sie hier gelandet waren. Dass Anabell selbst mittlerweile ein enges Verhältnis mit dem Direktor hatte und sogar eine Affäre mit ihm? Dass sie gemeinsame Sache mit ihm machte und sich am Leid der eigenen Schwester ergötzte? Rosalee ahnte es nicht mal im Traum und wenn sie es je herausbekommen sollte, würde wohl ihr Weltbild vollends zusammenfallen.

An ihren Onkel dachte Rosalee übrigens gar nicht mehr. In der ersten Zeit hatte sie sein Handeln einfach nicht verstanden und konnte, ja wollte nicht mal wahrhaben, dass er wirklich so gewissenlos gehandelt hatte. Dann war sie zornig gewesen, so voller Wut und Hass auf ihn. Alles, was ihr widerfuhr, was mit Anabell geschah, war am Ende doch nur seine Schuld, seine ganz allein. Irgendwann hatte sie versucht ihn zu entschuldigen, irgendwie zu versuchen, das Gute dennoch in ihm zu sehen, auch wenn dies nicht möglich war. Sie versuchte mit sich selbst auszuhandeln, wie sie mit ihm für die Zukunft umgehen sollte, ehe sie es akzeptierte. Sie konnte es doch eh nicht mehr ändern. Es war, wie es war und sie vermutete, dass er irgendwelche trivialen, aber für ihn ehr wichtigen Gründe hatte, so zu handeln. Rosalee hatte und würde ihm nie verzeihen, aber sie würde sich auch nicht mehr um ihn scheren. Nicht einen Augenblick. Er war ihr egal geworden. Er war für sie vielleicht sogar gestorben. Eine weitere Seele, die der Teufel haben konnte und sie vermutete mal ganz stark, dass ihr Onkel auch an die Mädchen keinen Gedanken mehr verschwendete. Wozu auch.
Sie war niemand, der jahrelange Wut mit sich rumtrug und auf ewige Rache hoffte. Nicht bei ihm, so egal war er für sie geworden. Er gehörte nicht mehr zur Familie. So einfach war das für sie.

Irgendwann jedoch würde ihr Bruder nach Hause kommen und feststellen, dass seine Schwestern fort sind. Und irgendwann würde vielleicht sogar ans Licht kommen, dass er gar nicht der leibliche Sohn von Samuel und Loren war, sondern ein Pflegekind, welches das elternlose Ehepaar damals zu sich genommen hatte, weil sie glaubten, nie eigene Kinder bekommen zu können.

Kenntnis über andere Wesen:
Natürlich weiß sie um die anderen Wesen. Allein durch den Zirkus, in dem es nicht nur Gestaltswandler gibt. Hier gibt es auch Vampire, Hexen und sogar Manipulatoren. Und alle 'gehören' letztendlich dem Direktor, der die Leute ziemlich gut im Griff hat. Einzig Werwölfe konnte er irgendwie nicht habhaft werden, vielleicht aber auch, weil er es einfach noch nie versucht hatte.

Schreibprobe:
“Komm schon, Ana. Lass uns etwas raus gehen. Frische Luft und so.“ bittend sah Rosalee ihre Schwester an, die sich im Wohnwagen zurück gezogen hatte und genervt an einer Zigarette zog. Rosa hasste den Geruch von Zigaretten, wusste aber auch, dass ihre Schwester es genau aus diesem Grunde tat. Weil sie ihrem Zwilling zusetzen wollte. Genauso wie diese sie nun verächtlich ansah. Sehr verächtlich. Leise seufzte sie auf und deutete auf den Ausgang, was ihr ein sehr patziges “Was soll ich denn da?“ einbrachte. Rosalee überlegte kurz, was ihre Schwester dort sollte.
“Wir könnten in die Stadt? Einkaufen? Essen gehen? Ana. Du kannst doch nicht immer nur in einem der Wohnwagen hocken und sauer auf die Welt sein. Es ist wundersch…“ Schon wurde sie rüde unterbrochen von Anabell, die sie wütend und vor allem gehässig ansah. “Wunderschön, ja? Klar! Du musst auch nicht in den Rollstuhl! Du kannst laufen! Du musst Dich nicht über den Feldweg quälen, bis wir an der Straße sind. Und für dich ist es auch nicht anstrengend, dann ständig angestarrt zu werden. Soll ich deswegen jubeln? Am Besten kommst Du jetzt gleich noch mit dem Geschwafel nach Familie und Tyron und blah. Gott, mir ist so schlecht von davon. DU bist doch schuld, dass wir her sind. Und jetzt versuchst Du wieder einen auf Happy Family zu machen? Wirklich?“ Für einen Moment fragte Rosalee sich, wann ihre Schwester begonnen hatte, sie so sehr zu hassen und zog ganz leicht die Schultern hoch, weil es ihr unangenehm war.
Schweigend drehte sie sich um und verließ den Trailer, nur um draußen durch zu atmen. Es war scheiße. Es war, als hätte Anabell sich komplett aufgegeben und nur sie versuchte noch irgendwie zu kämpfen.
Mit einem Mal war ihr kalt und sie fröstelte, trotz der heißen Sonne von Texas und sie vermisste ihren großen Bruder, vermisste ihre Eltern und ihr altes Leben. In ein paar Tagen würden sie in Austin ihr Zelt aufschlagen und wie sie den Direktor kannte, diesen widerlichen, abartigen Typen, würde er dafür sorgen, dass der Zirkus wieder Zuwachs bekam. Bei dem Gedanken wurde ihr schlecht. Langsam macht sie sich auf den Weg, rüber zu dem Zelt der Pferde, um dort nach dem Rechten zu sehen. Später würde ihre Schwester ihr dann wieder vorhalten, dass sie stinken würde und dann den Wohnwagen mit Hilfe von Marek verlassen, der auch jetzt davor hockte und eigentlich nur auf den Ruf von Anabell wartete. Wer wusste schon, wo sie die Nächte immer verbrachte und mittlerweile hatte Rosalee aufgegeben, sie immer und immer wieder danach zu fragen. Ganz einfach.
Austin würde eine Abwechslung bringen, so viel war klar und darauf freut sich Rosalee ehrlich gesagt schon. Vielleicht könnte sie von dort wieder irgendwie versuchen ihren Bruder zu erreichen, auch wenn sie es schon hundertmal versuchte hatte und so langsam… aufgab.

Formelles
Ein Hoch auf die Bürokratie!


Avatarperson:
Zendaya

Charakterübernahme?
Wenn höchstens als Vorlage

Abnahme von
Kein Gesuch

Nebencharakter
Lilja Howe

Re: Rosalee Amber Harrison

#2
Huhu Rosalee

und Willkommen im Austin. (love)
Ich habe nur zwei korinthenkackerische Anmerkungen zu deiner Bewerbung. (:


Vorgeschichte:
"Sie wollte sich verwandeln, um hier raus zu kommen, doch in dem Moment, da sie es versuchte, erhielt sie einen Stromschlag […]"
Nur für mein Verständnis: Da hat also jemand die beiden Schwestern seit ihrem 'Erwerb' ständig bewacht, um dann in diesem Moment sofort eingreifen zu können?
Und wie wertet Rosalee eigentlich das Verhalten ihres Onkels; wie steht sie dazu, dass er sie verkauft hat und was empfindet sie inzwischen für ihn?

Probeplay:
Bitte lösche den Text der Steckbriefvorlage hier einfach raus und lasse nur das 'Nebencharakter' stehen. ^^


Wenn du fertig damit bist, lege bitte in deiner Charakter-Area noch deine Zeitleiste an.
Melde dich abschließend noch einmal kurz, dann kannst du auch schon in den Farbeimer getaucht werden. (meow)


Grüßlis
Jonathan Corbett
für das Team vom "Austin - keep it weird"
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Set © Leah Corbett :3

Re: Rosalee Amber Harrison

#3
Huhu,

ich muss gestehen, dass ich mich mit Deiner Frage bezüglich des Stromschlages wahnsinnig schwer getan habe, da ich sie nicht so ganz verstanden habe. Dennoch hoffe ich, dass ich das ‚Problem‘ richtig gelöst habe und es deutlicher wird. – Denn ja, natürlich war jemand da, der sie überwacht hatte.

Alt:
Sie wollte sich verwandeln, um hier raus zu kommen, doch in dem Moment, da sie es versuchte, erhielt sie einen Stromschlag, der sich gewaschen hatte und sie erschrocken aufkeuchen ließ. Und damit begann die schwerste Zeit in dem Leben von Rosalee, welche bis heute anhält.
In den ersten Wochen und Monaten wurde gerade sie, die immer wieder rebellierte, die immer wieder versuchte auszubrechen, mit Stromschlägen bestraft und mit Hilfe von Gedankenkontrolle sogar ruhig gestellt. Ihre Schwester selbst konnte sich zwar verwandeln, aber was brachte es ihr? Sie war selbst dann nicht fähig die Beine zu nutzen und Rosalee wollte und konnte sie nicht allein lassen, war sie doch mittlerweile alles, was sie an Familie hatte. So war sie nun also im Zirkus gelandet, welcher vom Direktor hart geführt wurde. Wer nicht spurte, bekam es zu spüren und da er raus hatte, dass er Rosalee am Ehesten traf, wenn er ihre Schwester anstatt ihrer bestrafte, hatte er die junge Frau in der Hand. Er konnte sie zwar nicht wirklich brechen, aber er konnte sie kleinhalten und das tat er.


Neu:
Sie wollte sich verwandeln, um hier raus zu kommen, doch in dem Moment, da sie es versuchte, erhielt sie einen Stromschlag, der sich gewaschen hatte und sie erschrocken auf keuchen ließ. Rosalee selbst hatte niemanden sehen können, oder wahrnehmen können und doch wurden sie bewacht, wie alle unfreiwilligen ‚Neuankömmlinge‘ überwacht und kontrolliert wurden. Oder anders. Man brachte die Neuankömmlinge unter Kontrolle und gerade der Direktor des Zirkus hatte eine bestialische Freude daran. Wenn niemand bei ihnen war, so war da eine Kamera, die sie immer im Auge und immer schwerer machte, auch nur an Flucht zu denken.
In den ersten Wochen und Monaten wurde gerade sie, die immer wieder rebellierte, die immer wieder versuchte auszubrechen, mit Stromschlägen bestraft und mit Hilfe von Gedankenkontrolle sogar ruhig gestellt. Die Enge des Käfigs machte sie verrückt. Dazu kam, dass man begann ihre Schwester gegen sie einzusetzen und so ihren Willen vielleicht nicht brach, aber bezwang.
Ihre Schwester selbst konnte sich zwar verwandeln, aber was brachte es ihr? Sie war auch dann nicht fähig die Beine zu nutzen und Rosalee wollte und konnte sie nicht allein lassen, war sie doch mittlerweile alles, was sie an Familie hatte. Alles, was ihr geblieben war. Und sie leiden zusehen, nur weil sie selbst die Freiheit für sich wollte? Konnte sie nicht. Denn der Direktor hatte sehr schnell raus, dass er Rosalee eher bestrafte, wenn er ihre Schwester bestrafte. Sobald es um Anabell ging, begann sie still zu halten, tat, was er wollte, was er verlangte, nur um Anabell sicher zu wissen.

Dann das mit dem Onkel:

Neu:
An ihren Onkel dachte Rosalee übrigens gar nicht mehr. In der ersten Zeit hatte sie sein Handeln einfach nicht verstanden und konnte, ja wollte nicht mal wahrhaben, dass er wirklich so gewissenlos gehandelt hatte. Dann war sie zornig gewesen, so voller Wut und Hass auf ihn. Alles, was ihr widerfuhr, was mit Anabell geschah, war am Ende doch nur seine Schuld, seine ganz allein. Irgendwann hatte sie versucht ihn zu entschuldigen, irgendwie zu versuchen, das Gute dennoch in ihm zu sehen, auch wenn dies nicht möglich war. Sie versuchte mit sich selbst auszuhandeln, wie sie mit ihm für die Zukunft umgehen sollte, ehe sie es akzeptierte. Sie konnte es doch eh nicht mehr ändern. Es war, wie es war und sie vermutete, dass er irgendwelche trivialen, aber für ihn ehr wichtigen Gründe hatte, so zu handeln. Rosalee hatte und würde ihm nie verzeihen, aber sie würde sich auch nicht mehr um ihn scheren. Nicht einen Augenblick. Er war ihr egal geworden. Er war für sie vielleicht sogar gestorben. Eine weitere Seele, die der Teufel haben konnte und sie vermutete mal ganz stark, dass ihr Onkel auch an die Mädchen keinen Gedanken mehr verschwendete. Wozu auch.
Sie war niemand, der jahrelange Wut mit sich rumtrug und auf ewige Rache hoffte. Nicht bei ihm, so egal war er für sie geworden. Er gehörte nicht mehr zur Familie. So einfach war das für sie.
Und zum Schluss Die Zeitleiste

Ich hoffe, das passt alles so.

Liebe Grüße

Re: Rosalee Amber Harrison

#4
Huhu Rosalee,

vielen Dank, so ist es perfekt. *indenFarbeimerschubs* (biggrin)
Viel Freude mit dem neuen Char im Ingame. (meow)

Grüßlis
Jonathan Corbett
für das Team vom "Austin - keep it weird"
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